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Forscherstation

Seit 2009 zählt das „Bergnest“ zu den anerkannten Forscherstationen.

Die Forscherstation, Klaus-Tschira-Kompetenzzentrum für frühe naturwissenschaftliche Bildung gGmbH mit Sitz in Heidelberg, ist ein An-Institut der Pädagogischen Hochschule Heidelberg. Die Forscherstation wird von der Klaus Tschira Stiftung getragen. Ihr Ziel ist es, Erzieherinnen und Erzieher sowie Grundschullehrkräfte für Naturwissenschaften zu begeistern, damit sie diese Begeisterung an Kinder weitergeben. Dafür setzt die Forscherstation auf praxisbezogene Forschung, die Qualifizierung wissenschaftlichen Nachwuchses, berufsbegleitende Fortbildungen sowie die Bereitstellung geeigneter Experimentierideen.

  • Im „Bergnest“ finden regelmäßige Forschertage für alle Kinder von 3 bis 6 Jahren statt, an welchen sie nach Herzenslust mit unterschiedlichen Materialien experimentieren können.
  • Unter Einbeziehung der Naturpädagogik finden diese besonderen Tage auch öfter an unserer Nikolaushütte oder auf den Wiesen rund um die KITA statt.
  • Ebenfalls bereiten Erzieherinnen einzelne Versuche aus verschiedenen naturwissenschaftlichen Bereichen vor. Bei der Durchführung dieser Experimente beobachten die Kinder spannende Prozesse und Naturphänomene.
  • Die Mitarbeiterinnen nehmen regelmäßig an Fortbildungsangeboten der Forscherstation teil und bringen so als Multiplikator viele neue Anregungen in das gesamte Team und in die pädagogische Arbeit ein.
  • Im Laufe der Zeit hat sich ein umfassender Schatz an Spielen und Materialien zu Themen der Chemie, Physik, Astronomie, Naturphänomene und Mathematik gebildet.
  • Diesen können die jungen Forscher auch außerhalb der Forschertage im Freispiel oder im beim Spielen im Außenbereich nutzen.
 
Ablauf eines Forschertages
  • 10.00 Uhr
    Treffen aller Kinder aus allen Gruppen im Flurbereich. Thema des Forschertages wird vorgestellt und die Erzieherinnen stellen ihre Versuche kurz vor.
  • 10.15 Uhr bis ca. 11.30 Uhr
    In jedem Gruppenraum und Flurbereichen werden unterschiedliche Möglichkeiten zum Beobachten oder zum Mitmachen von naturwissenschaftliche Experimenten oder Phänomenen angeboten
  • 11.30 Uhr
    Abschlussrunde im Flur – reflektieren des Forschertages

Wie im richtigen Leben

In der Forscherstation des Kindergarten Bergnest werden Kinder frühzeitig und behutsam an naturwissenschaftliche Fragen heran geführt. (Fotos: M. Boeckh)

Ein aktueller Bericht aus der Bergnest-„Forscherstation“

Vor einiger Zeit hatten zwei Erzieherinnen des Gaiberger Kindergartens „Bergnest“, Andrea Schuh und Dajana Knieling die Möglichkeit, an einer Fortbildung der Forscherstation Heidelberg teilnehmen zu können. Bei dieser Fortbildung unter dem Motto „Auf Entdeckerreise zum Geschichtenschatz“ ging es um die „Verknüpfung von früher naturwissenschaftlicher Bildung und Literacy in der Kita“; kurz gesagt: es ging um das Verbinden von Geschichten und naturwissenschaftlichen Experimenten.

Die Mitarbeiter/innen der Forscherstation wurden gebeten, einen Artikel über diese Fortbildung für eine Kindergarten-Fachzeitschrift zu verfassen, und der Kindergarten „Bergnest“ erhielt die Möglichkeit, einen Praxisbericht beizusteuern. Da Andrea Schuh und mich die Fortbildung sehr begeistert und inspiriert hat, war ich gerne bereit, diese Aufgabe anzunehmen. So entstand der nachfolgende Bericht, mit freundlicher Unterstützung von Martin Boeckh, der die schönen Fotos beisteuerte.

Auf Entdeckerreise zum Geschichtenschatz, das klingt spannend, verheißungsvoll. Aber wie genau sieht dieser Geschichtenschatz aus und wie geht man in einer Fortbildung auf Entdeckerreise? Auf Entdeckerreise gehen, das bedeutete vor allem auf spielerische Art, begleitet von Nina Skorsetz von der Forscherstation und Sigrid Strecker von der Stiftung Lesen, einen neuen Blickwinkel, eine neue Haltung einzunehmen. Die Fortbildungsteilnehmer wurden dazu ermutigt, neugierig zu sein, Fragen zu stellen, eine Art Anfängergeist zu entwickeln, einer Frage nachzugehen, ohne vorher die Antwort zu kennen.
Diese, durch die Fortbildung inspirierte Haltung, nahm ich mit in das Vorschulprogramm unserer Kita. Ausgangspunkt: die Geschichte von Jack und der magischen Bohnenranke. Nachdem die Kinder gemütlich im Kreis auf dem Boden sitzend der Geschichte gelauscht hatten, stellte ich ein Körbchen mit weißen Bohnen in die Mitte des Kreises. „Ich habe Euch etwas mitgebracht, habt ihr eine Idee was das ist?“. Die Antwort der Kinder: „Bohnen!“. Ich fragte die Kinder, ob sie Lust hätten, mit mir gemeinsam herauszufinden, ob diese Bohnen auch magisch seien und bis zum Himmel wachsen können. Sie hatten natürlich Lust, und mit staunenden Augen und fast ehrfürchtig zähle jedes Kind seine fünf Bohnen ab, „genau wie in der Geschichte“ und hielt sie in der Hand bis es an der Reihe war, seinen Plastikbecher mit Erde zu füllen, die Bohnen in die Erde zu drücken und dann Wasser darüber zu gießen. Die „Geschichte“ könnte dort enden aber eigentlich fängt sie erst an…
Auch ich hatte fünf Bohnen eingepflanzt und meinen Becher mit nach Hause genommen. Immer mal wieder fragte ich die Kinder, ob bei ihnen schon etwas gewachsen sei, aber die Antworten waren ziemlich entmutigend: „Nein, nichts“. Mehrere Wochen waren vergangen, und ich hatte die Sache schon fast vergessen, das Angebot mit leisem Bedauern als Misserfolg abgeschrieben, da stieg ich eines morgens in mein Auto und zuckte zusammen, als ich aus dem Augenwinkel etwas Grünes sah, das dort eindeutig nicht hin gehörte! Ich drehte den Kopf und dann musste ich lachen: Ich hatte meine Bohnen im Getränkehalter meines Autos vergessen und es hatte offenbar als eine Art Gewächshaus fungiert, meine Bohnen waren gekeimt und gewachsen!
Ich nahm meine Bohnen mit in die Kita und zeigte sie den Kindern und erzählte was passiert war. So entspann sich ein Gespräch darüber, was Pflanzen zum Wachsen brauchen. Wir überlegten gemeinsam, woran es wohl gelegen haben könnte, dass meine Bohnen gekeimt waren und die der Kinder nicht. Die Kinder erzählten sich gegenseitig, wie und wo sie ihre Bohnen aufbewahrt hatten, wir diskutierten Gemeinsamkeiten und Unterschiede.
Mit Händen greifbar war die besondere Atmosphäre bei diesem Gespräch. Die Kinder waren wirklich „dabei“, sie waren stolz, erzählen zu dürfen, hörten sich gegenseitig interessiert zu, tauschten Ideen aus, stellten Thesen auf und schmiedeten gemeinsam Pläne zur Überprüfung ihrer Thesen. Die Gespräche waren geprägt von Lebendigkeit, Freude und Interesse und alles hatte sich entwickelt aus einer Geschichte.
Die Fortbildung und die Erfahrungen, die ich dort machen durfte, haben meinen Blick dafür geschärft, das man Geschichten und Bilderbücher nicht nur Klassisch „präsentieren“ kann; sie können Anlass sein zum Nachfragen „Warum ist das so?“, zum Ausprobieren „Funktioniert das im wirklichen Leben auch so?“, und „Können wir das nachmachen?“ und so verknüpfen sich die Naturwissenschaften mit Geschichten und Bilderbüchern.


Headerfoto: boe

Gemeindekindergarten „Bergnest“
In den Petersgärten 2
(gleich gegenüber der Kirchwaldschule,
oberhalb des Festplatzes)

Tel: 06223 / 48004 oder 950128
E-Mail: gemeindekindergarten-gaiberg[at]web.de

Sprechstunden:
nach tel. Absprache

Anmeldeunterlagen erhalten
Sie im Kindergarten und bei der Gemeindeverwaltung Gaiberg.

Möchten Sie mehr über unseren Kindergarten erfahren, können Sie gerne einen Besuchstermin vereinbaren. Die Erzieherinnen nehmen sich gerne Zeit für Sie.


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